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Wirtschaftsingenieurwesen im Überblick
In Zeiten wirtschaftlicher Globalisierung der Märkte und zunehmend internationaler Konkurrenz sind die Unternehmen steigenden Kundenanforderungen und damit auch ständigen Leistungssteigerungen im technologischen Bereich ausgesetzt. Sie sind gezwungen sich neuen Situationen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen zu stellen. In erster Linie führte dies zu zunehmender Spezialisierung von Arbeitskräften und hochgradig arbeitsteiligen Prozessen. Die Zusammenarbeit innerhalb eines Unternehmens wird immer komplizierter, besonders dort, wo Wirtschaft und Technik zusammentreffen. Schwierigkeiten gibt es wo sich Ingenieure ohne kaufmännische Kenntnisse und Kaufmänner ohne technische Kenntnisse gegenüber sitzen. Wirtschaftsingenieure sind keine Leute fürs Detail, sie sind Alleskönner. Sie lösen interdisziplinäre und ressortübergreifende Aufgaben, koordinieren die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Technik und vermitteln zwischen technischen und kaufmännischen Spezialisten.

Das Einsatzspektrum von Wirtschaftsingenieuren ist riesig. Sie arbeiten in den Bereichen Vertrieb und Marketing, Beschaffung und Logistik, Produktion und Fertigung, Verwaltung und Organisation, in der Unternehmensplanung, im Gebäudemanagement, im Qualitätswesen, im Finanz- und Rechnungswesen, im Controlling sowie im Sektor Consulting und Wirtschaftsberatung.

Die Ausbildung ist entsprechend umfangreich. Das Studium besteht aus natur- und ingenieurwissenschaftlichen, sowie sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern. Ein Wirtschaftsingenieur ist mehr als ein halber Ingenieur und mehr als ein halber Betriebswirt. 50 - 60 Prozent sind Technik und 70 - 80 Prozent sind Wirtschaft; so muss man eben mehr als 100 Prozent geben.

Ein Studium an einer Fachhochschule ist schneller und praxisnäher, an Universitäten wird dafür mehr theoretisches Wissen gelehrt. Auf dem Arbeitsmarkt sind beide Abschlüsse gefragt. Weitere Informationen zum Wirtschaftsingenieurwesen beim Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure.


Profil des Wirtschaftsingenieurs
Die innovative Dynamik im internationalen Wettbewerb, speziell die Globalisierung der Märkte und die ständigen Leistungssteigerungen im Bereich der Technologie stellen die Unternehmen vor immer neue Herausforderungen. Führungskräfte und Führungskräftenachwuchs, die die hiermit verbundenen Chancen nutzen wollen, sind gefordert in komplexen Zusammenhängen und Systemen zu denken und Unternehmensprozesse aus einer Gesamtsicht heraus zu verstehen und zu gestalten.

Absolventen des Wirtschaftsingenieurstudiums sind für interdisziplinäre und ressortübergreifende Aufgaben an der Nahtstelle zwischen Technik und Wirtschaft besonders geeignet. Der Wirtschaftsingenieur ist ein Ingenieur, der aufgrund einer breit gefächerten und annäherend gleichgewichtigen Ausbildung in den Natur- und Ingenieurwissenschaften einerseits und den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften andererseits befähigt ist, ökonomisch, technisch und gesellschaftlich relevante Fragestellungen zu erkennen und zu deren Beantwortung beizutragen.

Bereits früh wurde dem steigenden Bedarf an Akademikern mit gleichermaßen kaufmännischer und technischer Kompetenz durch die Einführung entsprechender Studiengänge Rechnung getragen. 1921 wurde an der TH Dresden die Ausbildung zum "Diplom- Volkswirt" begonnen. Zum Wintersemester 1926/27 erfolgte die Einführung des Studienganges "Wirtschaft und Technik", später in Wirtschaftsingenieurwesen umbenannt, an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg (Vorgängerin der TU Berlin). Im Jahre 1948 folgten die Technische Hochschule Darmstadt und Ende der sechziger Jahre die Technische Hochschule Karlsruhe mit der Einführung dieses Studienganges.

Die interdisziplinäre Ausbildung mit sowohl naturwissenschaftlichen/technischen als auch sozialwissenschaftlichen/wirtschaftlichen Inhalten hat sich in den zurückliegenden Jahren bewährt. In einer Zeit struktureller Veränderungen und konvergierender Technologien nimmt ihre Bedeutung zu. Der kontinuierliche Ausbau des Studienangebotes für Wirtschaftsingenieure an wissenschaftlichen Hochschulen und Fachhochschulen in den neuen und alten Bundesländern kann als Indiz hierfür gelten.

In der anspruchsvollen, berufsspezifischen Aufgabenstellung sind technische, wirtschaftliche, psychologische und rechtliche Aspekte vereint. Je nach Hochschule können die Studienpläne jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Kerngebiete sind:
Mathematik und Naturwissenschaften (Mathematik, Physik, Chemie)
Ingenieurwissenschaften (mit Schwerpunkten wie z.B. Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Technische Chemie, Verkehrswesen)
Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre)
Rechtswissenschaften (Bürgerliches Recht, Handelsrecht, Arbeitsrecht, Öffentliches Recht)
Integrationsfächer (Informatik, Systemanalyse, Quantitative Methoden)


Praxis des Wirtschaftsingenieurs
Wirtschaftsingenieure sind in einer Vielzahl von Wirtschaftszweigen und in nahezu allen technisch-wirtschaftlichen Funktionsbereichen und betrieblichen Führungspositionen anzutreffen.

Wesentliche Aufgaben sind hierbei:
Ziele setzen, planen, entscheiden, organisieren, führen und kontrollieren.

Die Absolventen von wissenschaftlichen Hochschulen und Fachhochschulen sind in unterschiedlichen, aber auch in den gleichen beruflichen Einsatzbereichen und Tätigkeitsfeldern beschäftigt. Absolventen der Fachhochschulen sind eher befähigt für Führungstätigkeiten mit hohem operativen Anteil, Absolventen der wissenschaftlichen Hochschulen eher für Führungstätigkeiten mit hohem dispositiven Anteil. Ziel- und Beschäftigungsebene ist das mittlere und obere Management. In der industriellen Wirtschaft - und hier sind die meisten Wirtschaftsingenieure beschäftigt - ist diese Differenzierung teilweise nicht immer deutlich ausgeprägt.

Aufgrund des vorherrschenden Leistungsprinzips und der unterschiedlichen Betriebsgrößen sind die Übergänge fließend. Die berufliche Position kann durch persönliche Leistung maßgeblich beeinflusst werden.

Die Art des Studiums (Simultan- oder Aufbaustudium) führt grundsätzlich zu keiner Einschränkung in den beruflichen Einsatzbereichen und Tätigkeitsfeldern. Tendenziell konnte jedoch beobachtet werden, dass Absolventen des wirtschaftswissenschaftlichen Aufbaustudiums aufgrund der dominierenden ingenieurwissenschaftlichen Erstausbildung verstärkt in technischen Bereichen anzutreffen sind.

Der Anteil weiblicher Wirtschaftsingenieure ist relativ gering. Dies macht deutlich, dass das Berufsimage weiterhin mit dem männlichen Rollenbild übereinstimmt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der deutlich zunehmende Frauenanteil im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an den wissenschaftlichen Hochschulen und an den Fachhochschulen mittelfristig zu einer strukturellen Veränderung auf dem Arbeitsmarkt führen wird.

Weitere Informationen zum Wirtschaftsingenieurwesen unter
www.vwi.org
 


   
   
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